Bali-Liebe – Wie schnell Vorurteile abgebaut sind

Wie unsere fleissigen Instagram-Follower sicher wissen, habe ich die ersten beiden Februar-Wochen mit einer guten Kollegin in Bali verbracht. Ich war vorher noch nie in Asien, und es hat mich ehrlich gesagt auch nie wirklich gereizt. Doch da wir als Studentinnen nicht übermässig viel Geld ausgeben wollten, wurde uns die indonesische Insel empfohlen. Ich war ja sehr skeptisch – ich hatte im Vorfeld nicht nur Positives gehört. In Internetforen (ja, ich weiss, es ist nicht schlau, sich so verunsichern zu lassen – besonders, wenn man schon gebucht hat…) habe ich vom dramatischen Abfallproblem, dem chaotischen Verkehr und unfreundlichen Balinesen gelesen. Weiter fand ich heraus, dass Februar ja wohl die doofste Zeit sei, um Bali zu besuchen, mitten in der Regenzeit. Ausserdem habe ich, egal wohin ich reise, immer Angst vor dem Essen. (Gibt es vegetarische Gerichte? Ich mag aber kein scharf… Und was, wenn ich mir den Magen verderbe..?)

Nun bin ich seit drei Wochen zurück in der Schweiz, und ich vermisse Bali noch immer! Ich gebe zu, ich brauchte einige Tage, bis ich mich an die dortige Lebensweise gewohnt habe. Doch je länger wir auf der Insel waren, umso mehr habe ich sie – und vor allem ihre Bewohner – ins Herz geschlossen!

Doch was ist mit den Vorurteilen?

Meine Befürchtungen haben sich (fast) allesamt nicht bewahrheitet: Die teils chaotischen Verkehrsverhältnisse fand ich zwar abenteuerlich, belastet haben sie mich aber nicht im geringsten. Die lokalen Fahrer sind sich die balinesischen Sitten auf der Strasse natürlich gewohnt, und so fühlten wir uns unterwegs immer sicher.

Der Verkehr in Bali wird von den "Töffli" bestimmt. Darauf kann man locker eine Familie plus Familienhund transportieren, oder - wie hier - Fische!

Der Verkehr in Bali wird von den „Töffli“ bestimmt. Darauf kann man locker eine Familie plus Familienhund transportieren, oder – wie hier – Fische!

Von der Regenzeit war ich ganz ehrlich enttäuscht. Die erste Woche hat es kein einziges Mal geregnet! Als dann gegen Ende unserer Reise ab und zu (= einmal täglich) ein heftiger Platzregen niederging, habe ich mich wirklich darüber gefreut – schliesslich habe ich mich ja darauf eingestellt!

Endlich ziehen die lang erwarteten Regenwolken auf...

Endlich ziehen die lang erwarteten Regenwolken auf…

Zum Essen… Nun ja, den Magen habe ich mir nicht verdorben. Allerdings werde ich in den nächsten paar Jahren ganz sicher kein Bami Goreng mehr essen. Positiv sind jedoch die vielen frischen Früchte, die es überall gibt, und natürlich auch die Smoothies und Fruchtsäfte. Sobald es hier bei uns Wassermelonen gibt, möchte ich Wassermelonensaft machen. So herrlich erfrischend!

Ein Marktstand mit frischen Früchten, die es überall zu kaufen gibt.

Ein Marktstand mit frischen Früchten, die es überall zu kaufen gibt.

Die Abfallentsorgung ist ein grosses Problem auf Bali. Offensichtlich ist man sich der Konsequenzen, die Plastikmüll für die Natur hat, noch nicht wirklich bewusst. Die Abfallberge an den schönsten Orten können einem wirklich die Laune verderben. Ganz besonders schlimm fand ich es während unseres Schnorchelausflugs um die Insel Menjangan, wohlgemerkt ein Naturschutzgebiet! Ich brauchte einige Überwindung, bis ich mich ins Wasser wagte. Es schwamm unglaublich viel Plastik im Meer, was ich echt eklig fand. Die wunderschöne Korallenwelt und die farbigen Fische konnten mich auch nur begrenzt davon ablenken. Laut unserem Guide ist dies um Menjangan jedoch vor allem während der Regenzeit ein Problem. Die Strömung bringe dann den Müll von den anderen indonesischen Inseln dorthin. Dies mag zwar ein Grund sein, allerdings sicher nicht der einzige. Die Insel Menjangan selbst war nämlich – trotz Verbotsschildern – genauso zugemüllt wie das Wasser.

Die Balinesen seien überhaupt nicht mehr freundlich, las ich in einem Internetforum vor unserer Abreise. Das kann ich überhaupt nicht bestätigen! Wir wurden IMMER sehr freundlich und aufmerksam behandelt und hatten nie Angst, als Frauen allein herzumzureisen. Das ist – neben der Wärme – auch das, was ich am meisten vermisse, nun, da ich wieder in der Schweiz bin. In Bali ist es einfach normal, dass man angelächelt wird. Da könnten sich die übel gelaunten Schweizer mal ein Vorbild nehmen…

Ok, ok, nicht alle balinesischen "Urgesteine" machen auf den ersten Blick einen freundlichen Eindruck...

Ok, ok, nicht alle balinesischen „Urgesteine“ machen auf den ersten Blick einen freundlichen Eindruck…

Wart ihr auch schon mal in Bali? Was habt ihr erwartet, und welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

In einem nächsten Teil werde ich euch von meinen Erlebnissen in und um Ubud erzählen…

Mirjam

 

Alle Fotos: trevaligette

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